Festbankett am 03.03.2017 in der Dielheimer Kulturhalle

Festbankett am 03.03.2017 in der Dielheimer Kulturhalle


„Blitzlichtgewitter“ allenthalben am vergangenen Freitagabend in der Dielheimer Kulturhalle, wo die Gemeinde Dielheim zum Festabend anlässlich ihres 1250-jährigen Jubiläums geladen hatte. Viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft war gekommen, um den Dielheimern die Ehre zu erweisen. Entsprechend groß war auch die Freude beim Ortsoberhaupt, Bürgermeister Hans-Dieter Weis, der zu Beginn des Festaktes alle recht herzlich begrüßen durfte. Sein besonderer Willkommensgruß galt dabei dem Bundestagsabgeordneten Dr. Stephan Harbarth, den Landtagsabgeordneten Karl Klein und Hermino Katzenstein, sowie Stefan Dallinger, dem Landrat des Rhein-Neckar-Kreises. Gerne begrüßte der Rathauschef auch seine Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen aus den Nachbargemeinden, Frau Sybille Würfel, die Herren Maik Brandt, Karl Rühl, Peter Seithel, Jens Spanberger, Dieter Steinbrenner, dem Stellvertreter des Wieslocher Oberbürgermeisters Herrn Werner Philipp. Den weitesten Anfahrtsweg hatten die Freunde aus der französischen Partnerstadt Saint-Niclas-de Port, begleitet von Bürgermeister Luc Binsinger, die es sich nicht nehmen ließen, mit ihrer Anwesenheit die guten partnerschaftlichen Verbindungen zu unterstreichen. Seine Grußworte, er wünsche zum Jubiläum viel Freude, um daraus Kraft zur Bewältigung künftiger Aufgaben entstehen zu lassen, übersetzte Patrick Dorner in dankenswerter Weise. Unter den Gästen auch die Ehrenbürger, Herr Pfarrer Heribert Leider und Frau Melitta Grün.

Viele aktive und ehemalige Gemeinde- und Ortschaftsräte mit dem Ortsvorsteher Herr Harald Seib sind auch der Einladung gefolgt. Sie alle stehen und standen über viele Jahre für eine kontinuierliche Entwicklung der Gemeinde. Stets auch Garanten für die immer viel zitierte gute Lebensqualität und das intakte Vereinsleben in Dielheim, das Bürgermeister Weis bei seinem Willkommensgruß besonders gegenüber den zahlreichen Vereinsvertretern zu würdigen wusste. „Sie haben mit großem Einsatz und Begeisterung zusammen mit dem ‚Arbeitskreis Jubiläum‘ die verschiedenen Veranstaltungen für das ganze Jubiläumsjahr organisiert. Unseren Gemeindegeburtstag können wir deshalb als Fest, vorbereitet von Bürgern für Bürger und Gäste, feiern. Herzlichen Dank für das bisher Geleistete, auch unseren Sponsoren für die großzügigen Zuwendungen als Unterstützung der Jubiläums-aktivitäten“, so der Bürgermeister wörtlich.

Diese haben mit dem Festabend gerade richtig begonnen. Als nächster Höhepunkt steht das eigentliche Festwochenende Ende April auf dem Programm, das im großen Festzelt mit einem Nachwuchsfestival, einem Sportwettbewerb und dem Dorfabend über die Bühne geht. Hans-Dieter Weis freut sich schon auf diese Veranstaltungen und will auch gerne dabei sein, zwar nicht mehr als Bürgermeister, aber als Dielheimer. Etwas Wehmut war seinen Worten schon zu entnehmen, dem scheidenden Ortsoberhaupt und künftigen Präsidenten der Gemeindeprüfungsanstalt. Aber noch ist er da, um als Ortsoberhaupt vielfältigen Dank auszusprechen, um Glückwünsche für seine Gemeinde entgegenzunehmen der er knapp 16 Jahre vorstehen durfte. Der Festabend erinnerte mehr an eine Talkshow, als ein von langen Reden begleitetes Festbankett. Unterhaltsam, informativ, zielgerichtet und vor allem kurzweilig die Gesprächsrunde mit dem Talkmaster Hans-Dieter Siegfried und den politischen Größen oder dem Ortschronisten Harald Gomille. Das künstlerische Programm – eine Wohltat für Augen und Ohren. In der ersten Gesprächsrunde „sang“ Landrat Stefan Dallinger das Hohe Lied auf die Gemeinde Dielheim. Viele kluge Köpfe aus Dielheim habe er im Leben kennen gelernt. Anscheinend liege es am guten Microklima. Beeindruckend für ihn auch die große Bereitschaft der Bevölkerung, sich im Ehrenamt zu betätigen, wie beim Festabend gesehen und gehört. Darüber hinaus hätte der Landrat hier die besten Schälrippchen gegessen. Dielheim könne auch stolz auf seinen Bürgermeister sein, kein Polterer, sachlich, verlässlich und immer zu seinem Wort stehend, ist er das gute Gewissen des Rhein-Neckar-Kreises. Von einer respektierten Gemeinde im Umland sprach Bundestagsabgeordneter Stephan Harbarth, die zu einer guten Einheit gewachsen ist. Ein Jubiläum bietet auch eine gute Gelegenheit zu hinterfragen, woher kommt man, wohin geht man? Er selbst prognostiziert der Region beste Zukunftsaussichten, besonders auch der Jubiläumsgemeinde mit ihrem intakten Vereinsleben. Viele persönliche Worte für Hans-Dieter Weis hatte der Landtagsabgeordnete Karl Klein parat. Beide führte der berufliche Weg schon bei der Gemeindeverwaltung St. Leon-Rot zusammen, daher auch die gegenseitige Wertschätzung. Als guter Botschafter der Gemeinde auch über regionale Grenzen hinaus, bezeichnete Klein die Dielheimer Sport-, Musik- und Gesangvereine. In dem Zusammenhang sprach Hermino Katzenstein von einer seiner ersten „Dielheimer Erfahrung“ negativer Art. Als aktiver Handballspieler bekam seine Mannschaft vom TV Dielheim derart eine auf die Mütze, dass er die Niederlage im Leben nicht vergisst. Als Mitglied im Verkehrs- und Petitionsausschuss im Stuttgarter Landtag und als Vorsitzender des Arbeitskreises Verkehr vom Bündnis 90/Die Grünen, möchte er sich für die Dielheimer Verkehrsbelange einsetzen.

Nette Geschichten zu Dielheims Geschichte präsentierte der Ortschronist Harald Gomille zwischen den beiden Politikerrunden. Sehr interessant hier die Aufzeichnungen innerhalb der 1250-jährigen Geschichte, die Dielheim zu einer der drei ältesten Siedlungen im Kraichgau macht. Oft geteilt der ganze Ort und verschiedene Herren und Regenten unterstellt. Fast normal in der damaligen Zeit. Um nach Wiesloch zu gelangen, brauchte man zur Überquerung der Grenze einen Ausweis. Die Schreibweise des Ortsnamens erfolgte immer nach Gehör und war daraus resultierend oft unterschiedlich. Immer wieder wurde Dielheim von Feuersbrünsten heimgesucht. Aufgrund dieser Katastrophen befinden sich keine historischen Gebäude mehr im Ortszentrum. Die im Jahre 1785 wieder erbaute Dielheimer Pfarrkirche wurde in nur 246 Tagen! fertiggestellt. Unglaublich diese Leistung. Wie bekannt, war der Ort schon immer katholisch. So berichtet die Chronik auch von einem Evangelischen, der in Dielheim Brot und Arbeit suchte. Der örtliche Pfarrer wusste nicht, wie er damit umgehen sollte und bat seinen Bischof um Rat. „Lassen Sie diesen Menschen nur gewähren“, so der Bischof, „der geht bestimmt wieder von sich aus.“ Sicherlich nicht gegangen sind die damaligen Einwanderer aus Belgien, die sich im Unterhof Arbeit verschafften. Ebenso die Familien Ranikowitsch aus Kroatien im Ortsteil Balzfeld. Die Nachfahren leben heute noch dort mit dem verdeutschten Namen Ronellenfitsch. Wer hätte das vermutet. Das Gleiche gilt für den in Horrenberg und Balzfeld verbreiteten Namen Epp. Deren Vorfahren stammen aus der Schweiz. Dagegen ist Sauer und Laier in Dielheim seit eh und je „stabil“. Die Dielheimer können froh sein, einen solchen Historiker zu haben, der sich unschätzbares Wissen angeeignet und seine Recherchen in zwei Bänden dokumentiert hat.

Zu guter Letzt sprach Mühlhausens Bürgermeister Jens Spanberger vom vertrauensvollen Miteinander der beiden Nachbargemeinden. Außer den beiden Schranken am Waldesrand zum Schutz der Tiere, gibt es keine weiteren Barrieren im nachbarschaftlichen Verhältnis. Gerne nahm er auch die Gelegenheit wahr, im Namen der Sprengelbürgermeister dem scheidenden Dielheimer Amtsbruder für die gute gemeinsame Zeit zu danken und überreichte ein Präsent zum Abschied.

Alles hatte gepasst an diesem denkwürdigen Abend. Souverän führte Hans-Dieter Siegfried durch das Programm. Die Sänger von A Cappella mit ihrem Chorleiter Robin Neck überraschten gleich zu Beginn die Gäste mit der Dielheimer Nationalhymne, dem „Howelied“. Robin Neck hatte es konzert- und aufführungsreif vertont. Eine starke Leistung kann man dem Chor bei allen Liedbeiträgen des Abends bescheinigen wie „Spieglein, Spieglein an der Wand“ oder „Frauen sind anders“. Mit dem französischen Trinklied „Tourdion“ erfreute das Ensemble sicherlich auch die Gäste Partnerstadt in besonderem Maße. Viel Spaß und Freude verbreiteten auch die jungen Akrobaten von der Zirkus-AG der Leimbachtalschule mit ihrem Trainer Ralf Breitinger, einem ausgebildeten Zirkus- und Theaterpädagogen. Respekt und Hochachtung für die gelungene Bühnenshow mit Clownerie, akrobatischen Figur-Elementen, Seilspringen auf dem „Rola Bola“ oder Jonglieren mit den „Diabolos“. Eine Augenweide auch die Bühnendekoration vom Obst- und Gartenbauverein Horrenberg-Balzfeld. Für gutes Essen sorgte der Partyservice Wolbert und die „dienstbaren Geister“ der Sängerrunde waren nette Begleiter im Servicebereich. Der Musikverein trug nach dem offiziellen Teil mit flotten Weisen zur Unterhaltung bei. Man kann sich auf die weiteren Jubiläumsveranstaltungen freuen.

Paul Körner




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Letzte Änderung: 13.03.2017 16:06 Uhr